Die Jahrgänge 1995 bis 1999 -
bewertet von Robert M. Parker, Jr.
Nie gab es so viel guten Wein wie heute! Dieser freudige und vielzitierte
Ausspruch trifft ganz besonders auch auf Italien zu. Der Grund: Das
riesige Weinland scheint die letzten Jahre mit Siebenmeilenstiefeln
an der Qualität der breiten Masse seiner Weine gearbeit zu haben.
Hinzu kommt: Die letzten Jahrgänge des zwanzigsten Jahrhunderts waren
überdurchschnittlich gut. Auf eher schwache, uninteressante Jahrgänge
Anfang der neunziger Jahre folgten vier exzellente.
Mehr und mehr Weine aus anderen Regionen
als dem Piemont oder die Toskana haben sich neuerdings mit erstaunlich
guten Weinen hervorgetan. Unterbewertete Regionen Italiens sind
aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht. Unzählige neue Spitzenweine
sind dort hizugekommen. Aufgefallen sind Sizilien, Sardinien, Apulien
und die Abruzzen. Gerade in 1997 haben auch Umbrien, Kampanien und
Venetien qualitativ zugeschlagen. Hier werden dem Konsumenten aufgrund
großer Erfolge relativ unbekannter Erzeuger eine Fülle von erstklassigen
Gewächsen zu überaus vernünftigen Preisen geboten.
Trotzdem: Was die erzeugte Menge hochwertiger Gewächse angeht, dominieren
noch immer die beiden Weinbauregionen Piemont und Toskana. Allen Erzeugern
voran haben Angelo Gaja (Piemont) und Piero Antinori (Toskana) das
Vorbild für unzählige qualitätsorientierte Weinmacher abgegeben. Ihr
neuer Stil von Wein und ihr ungeheurer Erfolg damit haben unübersehbar
auf andere abgefärbt.
Nachfolgend gehen wir im einzelnen auf die von Robert M. Parker überdurchschnittlich
gut bewerteten Jahrgänge 1995 bis 1999 ein. Zu jedem von ihnen listen
wir die von Parker mit 90 und mehr Punkten bewerteten Weine auf. Ein
Stern (*) kennzeichnet Weine mit hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis.