WEINHERSTELLUNG - WEINBERG

Die Rebenneuanlage

 
 


Das Anlegen eines neuen Weinbergs erfordert eine sorgfältige Planung, denn schließlich rechnet man mit durchschnittlich 20 - 25 Jahren, bis eine Rebanlage abgewirtschaftet ist und erneuert werden muss. Nach zwei bis drei Jahren können die ersten Trauben geerntet werden. Einige Anlagen sind über hundert Jahre alt. Man kann sagen, dass im Allgemeinen von älteren Weinbergen qualitativ hochwertigere Weine kommen als von jüngeren Weinbergen.

 
Rebneuanlage in Frankreich, © Domaine des Baumard
 
 


DIE VORBEREITUNG
. Bevor mit dem Auszeilen und Bepflanzen eines neuen Weinbergs begonnen werden kann, muss das Gelände sachgerecht vorbereitet werden. Dazu gehört beispielsweise das Rigolen, das tiefe Umschichten bzw. Vermischen des Bodens. Dadurch wird der Luft- und Wasserhaushalt des Bodens verbessert und die Verfügbarkeit von Nährstoffen erhöht. Eine Vorratsdüngung in einem Arbeitsgang mit dem Rigolen gleicht eventuelle Mangelerscheinungen beim Nährstoffhaushalt des Bodens aus. Zu den für die Rebe notwendigen Nährstoffen gehören z. B. Stickstoff, Kalium, Phosphat, Calcium und Eisen.

DIE SORTENWAHL. Die Wahl der Rebsorte, des bestimmten Klons der Rebsorte und auch der Unterlage, auf die die Rebsorte aufgepfropft wird, ist eine wichtige Entscheidung bei der Anlage eines neuen Weinbergs. Die Entscheidung ist von Faktoren, wie Klima und Böden abhängig. Auch die Qualitätsphilosophie des Weinerzeugers und der Weinstil, den er produzieren möchte, haben Einfluss auf die Rebsortenwahl.

 
 

Heute verwenden die meisten Weinerzeuger Pfropfreben. Eine Pfropfrebe besteht aus einer Unterlage, auf die ein Edelreis aufgepfropft wurde. Diese Technik des Aufpfropfens nennt man Veredlung. Eine Pfropfrebe ist also die künstlich hergestellte Verbindung von zwei verschiedenen Pflanzenteilen. Die Unterlage bildet den unteren Teil, also die Wurzelpartie der Pfropfrebe und ist für ihre Versorgung mit Wasser und Nährstoffen verantwortlich. Der Edelreis ist der obere Teil der Rebe, der Blätter und Früchte trägt und der die Rebsorte (z. B. Riesling) ausmacht.
Von jeder Rebsorte existieren heute verschiedene Klone. Ein Klon ist ein durch Selektion entstandener vegetativer Nachkomme einer Rebsorte. Jeder Klon hat bestimmte Eigenschaften. So gibt es beispielsweise Grauburgunder-Klone, die hohe Erträge ermöglichen, andere hingegen ermöglichen eine höhere Weinqualität. Ein Klon kann beispielsweise auch einem bestimmten Klima angepasst sein und auch in besonders heißen Regionen zu guten Ergebnissen führen.

 
Rebneuanlage in Frankreich, © Domaine des Baumard
 
 

Die Reblaus war der eigentliche Grund, europäische Rebsorten auf amerikanische Unterlagen zu pfropfen. Amerikanerreben, ursprünglich aus Nordamerika stammende Rebenarten und -sorten, nämlich sind tolerant gegenüber Attacken der Wurzelreblaus, die in der ganzen Welt für großen Schaden im Weinbau sorgte. Europäische Rebsorten, die der Gattung Vitis Vinifera angehören, hingegen sind resistent gegen die Blattreblaus. Auch von Unterlagen gibt es verschiedene Sorten mit bestimmten Eigenschaften. Manche sind zum Beispiel besonders tiefwurzelnd, andere kommen mit großer Feuchtigkeit besser zurecht. Insgesamt ergibt sich also eine äußerst große Kombinationsmöglichkeit von Unterlage und Edelreis, die mit dem Klima, dem Boden, der Erziehungsform, der Qualitätsphilosophie des Winzers und anderen Faktoren abgestimmt werden muss.

 
 

DIE WAHL DER ERZIEHUNGSFORM. Bei der Neuanlage eines Weinbergs wählt der Winzer eine bestimmte Erziehungsform. Darunter versteht man die Form, in die die Reben durch den Rebschnitt, durch Biegen und Binden gebracht werden - die Form und Länge des Stammes und der Äste der Reben. Von vielen Dutzend Erziehungsformen macht man in der Welt Gebrauch. Einige der wichtigen sollen genannt werden: Die Kordonerziehung, Flachbogenerziehung, Halbbogenerziehung, Pendelbogenerziehung, Lyraerziehung, Umkehrerziehung, Pergolaerziehung, Silvoerziehung, die Two Wire Vertical Trellis-Erziehung und die Gobelet- oder Buschweinerziehung.


Rebanlage, © Fetzer Vineyards
 
 
AUFZUCHT UND PFLEGE
. Bei der Aufzucht und Pflege der Jungreben ist vieles zu beachten. Der junge Trieb wird angebunden und von Nebentrieben befreit. Er ist empfindlich gegenüber Schädlingen. Der Pflanzenschutz spielt daher im Jungfeld eine wichtige Rolle. Die jungen Reben müssen auch gegen Wildverbiss geschützt werden. Ebenso kommt der Bodenpflege gerade im Jungfeld große Bedeutung zu: Der Boden muss gelockert und die Reben müssen mit genügend Nährstoffen versorgt werden.
 
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