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WEINHERSTELLUNG
Arbeitsschritte
im Weinberg
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DER REBSCHNITT. Zwischen der Lese
im Herbst und dem Austrieb im Frühjahr wird mit dem Rebschnitt altes
Holz entfernt. Mit diesem Arbeitsschritt wird der Ertrag und damit
auch die spätere Weinqualität entscheidend beeinflusst. Die Anzahl
und Länge der Fruchtruten pro Stock spielen dabei eine wichtige
Rolle. Hochwertige Weine sind meist das Produkt niedriger Mosterträge,
billige Massenweine setzen einen hohen Ertrag voraus.
Die abgeschnittenen Rebtriebe werden meist unter Maschineneinsatz
zerkleinert und in den Boden eingearbeitet. Sie sorgen somit für
eine natürliche Humusanreicherung des Bodens.
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© Deutsches Weininstitut
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Der Rebschnitt bleibt bis heute
eine sehr aufwendige und intensive Handarbeit. Große Betriebe benötigen
dafür viele Wochen. In einigen Betrieben Australiens wird mittlerweile
ein maschineller Rebschnitt erfolgreich durchgeführt.
DAS
BIEGEN UND BINDEN. Im Frühjahr ist im Weinberg Hochsaison. Bei
vielen deutschen Erziehungsformen wird der Rebstock vor dem Austrieb
durch Biegen und Binden des einjährigen Holzes in seiner Form stabilisiert.
Dadurch wird eine gleichmäßige Verteilung der Triebe entsprechend
der gewählten Erziehungsform gewährleistet. Bei den Erziehungsformen
Kordon oder Gobelet (u. a.) werden meistens nur kurze Zapfen angeschnitten
und diese aufwendige Arbeit entfällt.
DIE
BODENBEARBEITUNG. Mit der mechanischen Bodenlockerung wird das
natürliche Bodenleben angeregt. Vorteilhaft wirkt sich oft auch
die Einsaat von Begrünungspflanzen auf die natürliche Aktivität
des Bodens aus, die wiederum dem Wachstum der Reben zugute kommt.
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Auch Nährstoffe werden in dieser Zeit in organischer (z. B. Stallmist,
Stroh oder Kompost) oder mineralischer Form (z. B. Stickstoff, Kalium,
Magnesium, Calcium oder Phosphor) in den Weinberg eingebracht. Bei
der Düngung werden heute Kostenfaktoren und Umweltaspekte besonders
berücksichtigt. Mit Hilfe moderner Analysemethoden lassen sich leicht
Nährstoffmängel feststellen. Durch eine gezielte, genau auf den Bedarf
abgestellte Düngung und Begrünung der Rebzeilen können heute Belastungen
für das Grundwasser vermieden werden. |

Organische Düngung mit Stroh, © Weingut Breuer, Rüdesheim am Rhein
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DER
PFLANZENSCHUTZ. So wenig wie möglich, so viel wie nötig - lautet
in einem modernen Winzerbetrieb heute auch die Devise beim Einsatz
von Spritzmitteln zum Schutz gegen tierische Schädlinge und Pilzkrankheiten
der Rebe. Schon bei der Rebveredlung (Propfung einer Rebsorte auf
eine geeignete Unterlage) wird auf gesundes Pflanzengut geachtet.
Damit vermeidet man von vornherein Krankheiten und Schäden an der
Rebe. Um die Trauben gesund zu erhalten, sind in der Vegetationsperiode
je nach Witterungsverlauf zwischen Mai und August vier bis sieben
Spritzungen notwendig. Dazu verwendete man vor allem Kupfer- und Schwefelpräparate,
die heute zumeist durch organisch-synthetische Fungizide ersetzt werden.
ARBEITEN
NACH DER BLÜTE. Nach der Blüte der Reben (auf der Nordhalbkugel
der Erde im Juni) beginnt für den Winzer wieder eine intensive Arbeitsphase.
Die Blütezeit, in der durch Selbstbefruchtung die Fruchtbildung
erfolgt, sollte möglichst störungsfrei und von kurzer Dauer sein,
um eine Verrieselung, ein Verblühen ohne Befruchtung, zu vermeiden.
Unbefruchtete Blüten verkümmern und können abfallen und so den Ertrag
erheblich mindern. Durch Ausbrechen oder Ausgeizen unerwünschter
Triebe wird der Wuchs gefördert. Mitunter schneiden die Winzer auch
Fruchtansätze weg, um den Ertrag zu mindern und um im Herbst besonders
gute Qualitäten zu ernten.
DIE LAUBARBEITEN.
In der Phase zwischen Juni und August (Nordhalbkugel) wächst eine
starke Laubwand im Weinberg heran. Sie wird zumeist durch Heften
der Rebtriebe in Form gehalten. Unter Heften versteht man das Befestigen
der Triebe an der Unterstützungsvorrichtung - in Deutschland verwendet
man zumeist Drahtrahmen. Bei der Gobeleterziehung gibt es keine
Unterstützungsvorrichtung und das Heften entfällt. Eine gesunde,
grüne Laubwand, ist für die Photosynthese und Assimilation in den
Blättern sehr wichtig. Trotzdem müssen durch den Laubschnitt Blätter
entfernt werden, um die Lichteinwirkung auf die Trauben und die
Durchlüftung in der Traubenzone zu verbessern. Der Laubschnitt (auf
der Nordhalbkugel im Juli/August) erfolgt heute in der Regel mechanisch.
Mit ihm wird auch die Wuchshöhe der Reben reguliert.
DAS AUSDÜNNEN.
Auch im Juli bis Anfang August gibt es immer noch die Möglichkeit,
Ertrag und Güte der Trauben zu beeinflussen. Durch Ausdünnen, das
heißt durch Entfernen einiger der schon erbsengroßen Beeren, wird
alle Kraft im Rebstock auf die verbleibenden Beeren gelenkt. Immer
mehr Winzer wenden diese Methode an, um die Qualität zu steigern.
Ab Mitte August reifen die Trauben deutlich heran. Die Zuckerbildung
in den Beeren nimmt rasch zu, gleichzeitig verringert sich der Anteil
der Fruchtsäure.
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DIE WEINLESE. Je nach Witterungsverlauf
während des Sommers beginnt auf der Nordhalbkugel im September die
Weinlese. Regenfälle sind in dieser Zeit nicht günstig, weil die Trauben
dann vermehrt Wasser aufsaugen und Fäulnis begünstigt wird. Der Beginn
der Weinlese richtet sich nach den einzelnen Rebsorten und Lagen sowie
nach dem Reifezustand der Trauben. Auch betriebswirtschaftliche Überlegungen
spielen eine Rolle. Die Winzer legen in eigener Verantwortung den
Beginn der Lese fest. |

Lese in kleinen Behältern,
© Fetzer Vineyards
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Ein optisches
Instrument, das Refraktometer, hilft, den Zuckergehalt und damit den
Reifezustand der Trauben zu messen. Auch die sensorische Beurteilung
der Traubenreife spielt bei der Festsetzung des optimalen Lesezeitpunktes
eine große Rolle. Zudem lassen viele Weibauunternehmen die Trauben
vor der Lese in regelmäßigen Abständen chemisch analysieren. Man bestimmt
dabei vor allem den Zuckergehalt, den Säuregehalt und den PH-Wert
im Traubensaft. |
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In ebenen bis mäßig steilen Lagen wird die Lese häufig maschinell
mit einem Vollernter vorgenommen. Die Weinqualität muss nicht zwangsläufig
unter der maschinellen Lese leiden. Viele Weinerzeuger, die auf Qualität
setzen, schwören allerdings auf die Lese von Hand. Nur so ist eine
konsequente Selektion möglich, bei der faules und unreifes Traubengut
ausselektiert oder eine Selektion von besonders hochwertigen Partien
vorgenommen werden kann. Die Lese in kleine Körbe ist vorteilhaft,
um das Lesegut möglichst wenig zu strapazieren. |

Selektion bei der Weinlese, © Weingut Breuer, Rüdesheim am Rhein |
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